Alle drei einfachen Grate an der Schneeberg-Ostseite

Wir haben Ende September und noch schönstes Herbstwetter (heißt knapp über 0°C am Gipfel). Berufsbedingt habe ich die letzten Monate regelmäßig in den nördlichen Kalkalpen verbracht und mir eine entsprechende Kondition erarbeitet. Um meine Leistungsfähigkeit auf die Probe zu stellen, habe ich schon länger den Plan mehrere Routen am Schneeberg zusammenzulegen und in möglichst kurzer Zeit zu erwandern.

Ich starte also kurz nach 7 Uhr morgens vom Schneebergdörfl los und begebe mich für meinen ersten Anstieg in den Unteren Schneidergraben. Recht flott erreiche ich über diesen den Nördlichen Grafensteig, den ich für wenige Minuten in Richtung Süden verfolge. Über den Oktobergrat und anschließend den Oberen Herminensteig gelange ich zum Gipfelkreuz des Waxriegels, den ich um etwa 9:30 Uhr erreiche. Die diversen schönen Kletterstellen bis 3- lasse ich diesmal aus.

Ohne zu länger zu verweilen mache ich kehrt und steige über den Oberen Schneidergraben ab und zurück zum Nördlichen Grafensteig. Hier wende ich mich nach Norden und steige anschließend innerhalb einer knappen Stunde über den Novembergrat erneut zum Plateau auf. Von hier gehe ich zum Gipfel des Klosterwappens und erreiche eine Vertikaldistanz von 2000 Hm, 4,5 h nach dem Start der Tour.

An der Fischerhütte vorbei wandere ich in Richtung der Breiten Ries, über die ich vorsichtig absteige. Würde ich nocheinmal über die Breite Ries absteigen, wäre die Mitnahme eines Helmes sehr zu empfehlen. Die Steinschlaggefahr im oberen Drittel der Rinne ist durchaus ernstzunehmen, alle paar Schritte muss ich kurz verweilen und abwarten bis losgetretenes Geröll aufhört nachzustürzen. Im Bereich wo sich die Ries lateral auszubreiten beginnt, kommt aber ebenfalls nicht die erwünschte Freude auf, von Abfahr-Bedingungen, wie sie im Oberen Schneidergraben anzutreffen sind, fehlt hier jede Spur. Dennoch ist diese Abstiegsvariante eine immense Zeitersparnis, ich erreiche in deutlich unter 30 Minuten wieder den Nördlichen Grafensteig. Hier lege ich die erste richtige Rast ein, bevor ich mich über den Nandlgrat wieder auf in Richtung Gipfelplateau aufmache. Kurz vor 14:30 Uhr, 7 Stunden und 20 Minuten nach Verlassen des Parkplatzes, stehe ich nach knapp über 2900 Hm im Aufstieg, vor dem Gipfelblock des Kaisersteins.

Insgesamt fühle ich mich noch immer überraschend fit, und auch wenn die 3000 Hm-Marke in greifbarer Nähe liegt, so beschließe ich dennoch den finalen Abstieg anzutreten. Entlang der Plateau-Autobahn wandere ich bis knapp vor’s Damböckhaus und steige ein zweites Mal über den Oberen Schneidergraben und anschließend den Unteren Schneidergraben ab und gehe zurück zum Auto.

Horizontaldistanz: ~ 23 km
Vertikaldistanz: ~2900 Hm
Dauer: 8 h 56 min