{"id":19,"date":"2024-04-27T19:20:28","date_gmt":"2024-04-27T19:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergdodln.com\/?p=19"},"modified":"2024-04-28T08:06:44","modified_gmt":"2024-04-28T08:06:44","slug":"2x-leichtes-winterbergsteigen-am-schneeberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergdodln.com\/?p=19","title":{"rendered":"Zwei Mal leichtes Winterbergsteigen am Schneeberg"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist Mitte April und nach einer anhaltenden W\u00e4rmeperiode, die den Gro\u00dfteil des Winterschnees am ohnehin recht schneearmen Alpenostrand abgetaut hat, hat der Sp\u00e4twinter den Schneeberg noch einmal mit etwas Neuschnee versorgt.<br>Den ganzen Winter habe ich vergeblich auf gute Verh\u00e4ltnisse zum Mixed-Klettern gewartet, meist war es viel zu warm, oder es war gscheit kalt und Wintersturm. Mit Anfang April hatte ich die Wintersaison am Schneeberg dann endg\u00fcltig f\u00fcr beendet befunden, da, au\u00dfer in nordseitigen Rinnen kaum mehr Schnee zu sehen war.<br>Jetzt gibt&#8217;s aber wieder eine Phase mit durchgehenden Minustemperaturen oberhalb von 1000 Metern. Also packe ich dann doch noch die Steigeisen und Handschuhe ein und begebe mich nach Losenheim am Schneeberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Punkt acht Uhr morgens geht&#8217;s bei knapp \u00fcber Null Grad los und nach gut 50 Minuten quere ich bereits am n\u00f6rdlichen Grafensteig \u00fcber die Breite Ries nach S\u00fcden. Der nasse Neuschnee auf den Kalksteinbl\u00f6cken macht keinerlei Probleme und auch \u00fcber die waldigen R\u00fccken geht es z\u00fcgig voran. Nach etwa eineinhalb Stunden bin ich am Beginn des Novembergrats, bis hier war ich noch nicht sicher, ob ich diesen oder den Oktobergrat-Herminengrat machen will. Letztere Variante hatte ich im vorangegangenen Sommer gemacht, wobei ich von festem und griffigem Gestein abseits des viel bewanderten Herminensteigs positiv \u00fcberrascht wurde.<br>Weil mir die Kletterpassagen am Novembergrat aber etwas besser in Erinnerung scheinen, beschlie\u00dfe ich doch diesen zu klettern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ein paar Minuten lasse ich den Wald hinter mir und lege die Steigeisen an. Genaugenommen ist die Bezeichnung Grat weder f\u00fcr den November-, den Herminen-, noch f\u00fcr den n\u00f6rdlicheren Nandlgrat eine passende. Wenn man&#8217;s drauf anlegt kann man diese meist sehr breiten Anstiege fast ohne Handeinsatz begehen, ich suche mir dann immer m\u00f6glichst irgendwelche Gratzacken, die ich im Vorbeigehen mitnehme, so auch bei der heutigen Tour.<br>Nach anf\u00e4nglichem Gehgel\u00e4nde finden sich bald h\u00e4ufiger blaue Punkte an Felsaufschw\u00fcngen, diese d\u00fcrften die sogenannten Zauder-Varianten (fast alle im 3ten Grad) markieren. Bei den heutigen Verh\u00e4ltnissen suche ich mir allerdings eigene Kletterstellen aus, die sich maximal im oberen 2ten Grad bewegen. In erster Linie soll diese Besteigung ein Training f\u00fcr das leichte Klettern mit Steigeisen darstellen. Ein Kamin (II+ bis III-) schaut am ersten Blick gut machbar aus, entpuppt sich beim Betasten eines Griffes als sehr br\u00fcchig. Ich umsteige ihn einen Meter weiter links (II-) unweit der Schl\u00fcsselstelle des Normalanstieges.<br>Die l\u00e4ngste durchg\u00e4ngige Kletterstelle folgt wenig sp\u00e4ter und ist mir noch von der letzten Sommer-Begehung in Erinnerung. Etwas abgewandelt steige ich in leichtem Felsgel\u00e4nde (max. II-) von einem kleinen Band zum n\u00e4chsten. Als ich an der Spitze der Gratzacke stehe, liegen etwa 15 vertikale Klettermeter zwischen Ein- und Ausstieg. Viel mehr geht hier kaum.<br>Weiter \u00fcber Gehgel\u00e4nde erreiche ich schlie\u00dflich die finalen sehr leichten Kletterstellen (I bis I+). Hier lege ich meine winddichte Jacke als f\u00fcnfte und oberste Lage an. Schon w\u00e4hrend des Gro\u00dfteils des Aufstiegs am Grat hat es dezent geschneit und immer wieder wurde ich von Windb\u00f6en mit Pulverschnee beschossen.<br>Am Plateau liegt die Sichtweite zwischen 100 und 30 Metern und der Wind weht mit gesch\u00e4tzten 50 bis 60 km\/h deutlich st\u00e4rker als in tieferen Lagen.<br>Ich wandere den Fahrweg entlang in Richtung Fischerh\u00fctte, um die Tour zu einer Art \u00dcberschreitung zu machen. Auf den letzten 100 H\u00f6henmetern bis zur H\u00fctte geht die Sichtdistanz auf 20 Meter zur\u00fcck und die bisher reichlich vorhandenen Flecken herausragender Grasb\u00fcschel verschwinden unter einer tiefer werdenden Schneedecke.<br>Bald stehe ich vor einer wei\u00dfen Wand, oder besser ich stehe im Nichts. Zwar habe ich schon hin und wieder ein Whiteout erlebt, jedoch noch nie in diesem Ausma\u00df. Der starke Seitenwind in den Augen macht die Sache auch nicht besser und auch die GPS-Karte ist schwer zu erkennen. Ich sehe aber, dass es zur Fischerh\u00fctte nicht mehr weit ist und sich in unmittelbarer N\u00e4he auch keine Abbruchkante befindet.<br>Ich steige in zusammengewehtem Schnee aufw\u00e4rts, was sich wirklich sehr komisch anf\u00fchlt, da ich im Whiteout \u00fcberhaupt nicht absch\u00e4tzen kann, wie weit sich mein Fu\u00df \u00fcber dem Boden befindet, sodass das Aufsetzen \u00fcberraschend eintritt. Nach wenigen Metern im Blindflug erkenne ich schlie\u00dflich einen Gedenkstein nahe der Fischerh\u00fctte, den ich im ersten Moment f\u00fcr den Block am Gipfel des Kaiserstein halte, was mich kurz verunsichert. Dem wieder sichtbaren Fahrweg folgend, erreiche ich endlich die Fischerh\u00fctte. Gepanzert mit einer Eisschicht macht sie keinen einladenden Eindruck, ge\u00f6ffnet hat sie auch nicht, alle Eing\u00e4nge sind zugeweht. Ich setze mich kurz im Windschatten auf ein Bankerl und gie\u00dfe mir etwas hei\u00dfen Tee ein.<br>Noch \u00fcberlege ich ob des sinnvollsten Weiterweges, da ich mir nicht sicher bin, wie es mit den schlechten Sichtbedingungen weitergeht. Urspr\u00fcnglich hatte ich vor, in die Breite Ries einzusteigen und im Expressgang ins Tal zu surfen. Diese Idee verwerfe ich recht schnell, weil die Sicht daf\u00fcr einfach zu schlecht ist.<br>Ich steige vorerst in Richtung Nandlgrat und Fadensteig ab und will dann kurzfristig entscheiden.<br>Noch immer ist alles um mich herum vorwiegend wei\u00df, gl\u00fccklicherweise sind die Wegmarkierungen dicht genug platziert, dass ich dem Steig problemlos folgen kann. Um die seitliche Blendwirkung zu minimieren, halte ich mir beide H\u00e4nde rechts und links an die Schl\u00e4fen, ohne Sonnenbrille w\u00e4re ich vermutlich komplett geblendet. Kurz vor dem Abzweiger zum Nandlgrat erreiche ich die Wolkenuntergrenze und die Sichtweite steigt auf mehrere Kilometer an.<br>Ich \u00fcberlege kurz und gehe weiter zum Fadensteig, den Nandlgrat habe ich im Abstieg als ziemlich langwierig in Erinnerung.<br>Der Fadensteig wartet mit vergleichsweise viel Pulverschnee auf, jedoch deutlich weniger als 2021, als ich hier erstmals im Winter aufgestiegen bin. Damals war das Drahtseil in der unteren Traverse komplett im Schnee versch\u00fcttet, w\u00e4hrend es heute deutlich oberhalb des Schnees h\u00e4ngt. Der untere Teil des Fadensteigs zieht sich etwas in die L\u00e4nge, jedoch nicht so sehr, wie mich der Schlussteil der Tour \u00fcber die apere Schipiste qu\u00e4lt.<br>Nach 6:15 Stunden, 14,3 km und 1350 Hm kehre ich am fr\u00fchen Nachmittag zum Auto zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34\" srcset=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9251.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9276-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36\" srcset=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9276-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9276-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9276-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9276-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9276.jpg 1512w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-37\" srcset=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9277.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9267-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-35\" srcset=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9267-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9267-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9267-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9267-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9267-rotated.jpg 1512w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9286-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38\" srcset=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9286-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9286-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9286-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9286-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9286-rotated.jpg 1512w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Es ist eine Woche nach der gerade beschriebenen Tour, als mich die drohende R\u00fcckkehr w\u00e4rmerer Temperaturen erneut zum Schneeberg f\u00fchrt. Nach der Besteigung in der Vorwoche hatte ich den Waden-Muskelkater meines Lebens, seit einigen Tagen f\u00fchlen sich die Haxen aber wieder sch\u00f6n fit an.<br>W\u00e4hrend ich meine Muskeln also mit Alternativsport in Form von Radeln und Wanderungen &lt;500 Hm kurierte, sorgte ein Mittelmeertief f\u00fcr etwas Neuschnee im Schneebergland.<br><br>Fast auf die Minute genau, aber eine Woche sp\u00e4ter, steige ich aus dem Auto, diesmal nicht in Losenheim, sondern im Schneebergd\u00f6rfl.<br>\u00dcber den unteren Schneidergraben steige ich zuerst an einer Forststra\u00dfe, sp\u00e4ter auf kleinen abk\u00fcrzenden Steigen h\u00f6her. Eine durchg\u00e4ngige Schneedecke gibt es ab dem eigentlichen Beginn des Schneidergrabens, diese ist derzeit noch sch\u00f6n knusprig und griffig. Doch schon w\u00e4hrend ich h\u00f6her steige, wird der Schnee bedeutend weicher und auch tiefer.<br>Vor lauter Schneegestapfe \u00fcbersehe ich die Kreuzung mit dem n\u00f6rdlichen Grafensteig und merke erst 30 H\u00f6henmeter sp\u00e4ter, dass ich wieder runter muss. Durch eine schmale Latschengasse und durch fast H\u00fcfthohen Schnee quere ich von schr\u00e4g oben hin\u00fcber zum Grafensteig um m\u00f6glichst wenige H\u00f6henmeter zu verschwenden. Nach einem St\u00fcck im Wald komme ich an den Schutthang, an den der Oktobergrat grenzt. Bis hierher habe ich schon knapp zwei Stunden gebraucht, in der Sonne ist es schon ganz sch\u00f6n warm. Ein St\u00fcck den schottrigen Hang bergauf, dann zwischen den Latschen hindurchschl\u00fcpfend, erreiche ich bald luftigeres Gehgel\u00e4nde.<br>Ich mache eine kurze Pause mit Tee und N\u00fcssen und lege die Steigeisen an. Nach kurzweiligem Gehgel\u00e4nde erreiche ich eine alternative Aufstiegsroute in Form eines etwa 5 m hohen Kamins. Als ich im Sommer des Vorjahres hier unterwegs war, hatte ich mich nicht raufgetraut. Heute, trotz Schnee und Steigeisen, wirkt die Kletterstelle geradezu einladend. Sch\u00f6ne Tritte und stabile Griffe machen den Kamin (II-) zu einem tollen Kletterauftakt der Tour.<br>Bei einer sp\u00e4teren Stelle, die ich im Sommer geklettert bin und die \u00fcber eine etwas ausgesetzte linksseitige Traverse (max. II-), steige ich wieder zur\u00fcck, weil mich die Schneelage doch etwas entmutigt.<br>Nach weiteren Kletterstellen im ersten Grad erreiche ich schlie\u00dflich die Verbindung zum Herminensteig, der sich bisher stets linkerhand in Serpentinen am Ger\u00f6llhang heraufschl\u00e4ngelte. Die einstige Schl\u00fcsselstelle des Herminensteigs wurde seit meinem letzten Besuch aus dem Programm genommen und ein grellroter Wegweiser zeigt eine Umgehung an.<br>Diese Ma\u00dfnahme ist einigerma\u00dfen verst\u00e4ndlich, ist doch diese kurze Stelle schon arg abgeschmiert und besonders f\u00fcr Menschen kleinerer Statur von einiger Schwierigkeit.<br>Ich hingegen habe keinerlei Probleme die Stufe zu \u00fcberwinden, ich suche mir sch\u00f6n hohe Griffe, steige mit links auf einen guten Tritt, spreize mich rechts in die absch\u00fcssige Platte und dr\u00fccke mich hinauf, fertig.<br>Wenig sp\u00e4ter wartet dann noch ein Schmankerl auf mich: Eine etwa 5-6 m hohe Verschneidung (II) mit etwa noch einmal so viel Metern 1er-Gel\u00e4nde im Zustieg.<br>Von rechts kommend steige ich ein und finde ganz gute Tritte, die Griffauswahl ist etwas d\u00fcrftig, weil auf den meisten nasser Schnee liegt. Ich dr\u00fccke mich nach oben und steige weiter, jetzt sind auch die Tritte eher fragw\u00fcrdig, was aber dem Mangel an Gef\u00fchl mit den Steigeisen zuzuschreiben ist. Weil die Griffe noch immer suboptimal sind, steigt in mir ein Hauch von Angst auf und vor meinem inneren Auge sehe ich mich schon abrutschen. Mit einem gl\u00fccklichen Griff schaffe ich es aber mich zu stabilisieren und meinen Geist etwas zu beruhigen. Eine Hand voll Tritte sp\u00e4ter schaffe ich es schlie\u00dflich auf den Grat, wo ich mich kurz hinsetze, die Sportuhr bescheinigt mir einen Puls von 190.<br>In einfachem Gel\u00e4nde klettere ich vom Gratturm ab und zur\u00fcck auf den Steig. Kurze Zeit sp\u00e4ter durchsteige ich die, mit Drahtseil versicherte zweite Schl\u00fcsselstelle des Herminensteigs, ab hier weicht der Herminengrat nur noch einmal vom Wanderweg ab.<br>Nach der entrischen Kletterei in der 2er-Verschneidung lasse ich die 8 m Wand (III-) links liegen und folge dem Normalweg bis zum Plateau.<br><br>Von hier steige ich in wenigen Minuten zum Gipfel des Waxriegels auf 1888 m, wo ich eine sch\u00f6ne Aussicht auf die Umgebung habe. Nach einer kurzen Rast wandere ich am Damb\u00f6ckhaus vorbei und durch eine Latschengasse hin\u00fcber zum Einstieg in den Novembergrat. Meinen Plan eventuell \u00fcber die Breite Ries abzusteigen, habe ich aufgrund des schon sehr weichen Schnees verworfen. Obwohl ich den Novembergrat mittlerweile vier Mal im Aufstieg und einmal im Abstieg gegangen bin, muss ich immer wieder halt machen und kurz suchen, wo es weiter geht. Die roten Punkte d\u00fcrften zum Teil unter dem Schnee versteckt sein. Gl\u00fccklicherweise finden sich an windschattigen Stellen Fu\u00dfspuren einer anderen Person, die mir im Abstieg \u00f6fters zur Hilfe kommen.<br>Habe ich schon am Grafensteig gemerkt, dass deutlich mehr Schnee liegt als noch vor einer Woche, so wird dies im oberen Abschnitt des Novembergrats noch deutlicher, wo ich mich mehrfach durch knietiefe Wechten im Windschatten der Latschen arbeiten muss. Hinzu kommt, dass der Schnee mittlerweile sehr nass und klebrig geworden ist, sodass er oft in einer dicken und schweren Schicht an den Antistollplatten der Steigeisen haften bleibt. Die Platten sind von zahlreichen leichten Mixed-Touren schon ziemlich zerkratzt und vielleicht auch deshalb nicht mehr sonderlich schneeabweisend. <br>In einer m\u00e4\u00dfig steilen Rinne, die ich aufgrund der zahlreich verf\u00fcgbaren guten Griffe nutze, trete ich immer wieder gr\u00f6\u00dfere Schneeschollen vom Untergrund los, die Rollen und Scheiben bilden und in die Tiefe fahren.<br>Die Schl\u00fcsselstelle des Novembergrat-Normalweges, eine 1er-Stelle, die nach etwas Trittsucherei auch im Abschnitt gut schaffbar ist, lasse ich hinter mir und alsbald erreiche ich den Wald und schlie\u00dflich den Grafensteig an der Sitzstatt. Hier g\u00f6nne ich mir noch eine letzte Rast, bevor ich mich hin\u00fcber zum Schneidergraben begebe und zum Ausgangspunkt der Tour zur\u00fcckkehre.<br>F\u00fcr 13 km und 1230 Hm habe ich gesamt 6:50 h gebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt reicht&#8217;s mir zumindest momentan mit dem Winterbergsteigen, die sommerlichen Kletterrouten rufen schon.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9299-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39\" srcset=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9299-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9299-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9299-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bergdodln.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_9299-1536x1152.jpg 1536w, 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