{"id":80,"date":"2026-10-22T19:12:59","date_gmt":"2026-10-22T17:12:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergdodln.com\/?p=80"},"modified":"2026-10-22T19:12:59","modified_gmt":"2026-10-22T17:12:59","slug":"schneeberg-doppelueberschreitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergdodln.com\/?p=80","title":{"rendered":"Schneeberg-Doppel\u00fcberschreitung"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich im letzten September mein Projekt verwirklicht habe, die drei (vier, wenn man den Oktoberer als eigenen Grat ansieht) Wanderer-Grate an der Ostseite des Schneebergs an einem (Halb-) Tag zu bew\u00e4ltigen, und dabei nur knapp unterhalb der 3000 Hm Vertikaldistanz geblieben bin, stand jetzt eine Tour an, die auch dieses mythische Ziel erreichen sollte.<\/p>\n<p>Heuer bin ich zwar nicht ganz so intensiv im Hochgebirge unterwegs gewesen, wie es noch letztes Jahr der Fall war, die Kondition sollte aber dennoch passen. Im Laufe des Sommers und Fr\u00fchherbsts habe ich einige gr\u00f6\u00dfere Touren (zwischen 1500 und 2000 Hm) in den Niederen Tauern gemacht, die mein K\u00f6rper stets locker weggesteckt hat.<\/p>\n<p>Ich starte also, wie so oft zuvor am kleinen Parkplatz im Schneebergd\u00f6rfl. Die Uhr zeigt 06:45 und die Morgend\u00e4mmerung taucht den Schneeberg in warme Oranget\u00f6ne. Recht gem\u00e4chlich steige ich \u00fcber den Unteren Schneidergraben auf, quere am N\u00f6rdlichen Grafensteig nach S\u00fcden und setze den Aufstieg \u00fcber den Oktobergrat fort. In Gedanken versunken verliere ich knapp oberhalb der einstigen Schl\u00fcsselstelle des Herminensteigs den Weg aus den Augen und finde mich vor meiner Winter-Schicksals-Verschneidung (siehe <a href=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/?p=19\"><em>Zwei Mal leichtes Winterbergsteigen am Schneeberg, 2024<\/em><\/a>) wieder. Ich bin heute in Anbetracht der noch anstehenden Anstrengungen auf maximale Effizienz aus und daher nicht willens die f\u00fcnf bis zehn H\u00f6henmeter abzusteigen, um den richtigen Weg zu suchen. Weil ich ja wei\u00df, dass es dahinter kurz und einfach zum Steig zur\u00fcckgeht, durchklettere ich die Verschneidung. Die kurze Vertikalpassage sorgt f\u00fcr einiges an Motivation, wodurch ich im Folgenden mehrere direkte Gratabschnitte \u00fcberklettere. Nach der \u00dcberwindung der 8-Meter-Schlusswand (III-) f\u00fchrt Gehgel\u00e4nde auf den Gipfel des Waxriegel. Bisher habe ich 2:20 h gebraucht und nicht allzu schnell steige ich hin\u00fcber auf den Gipfel des Klosterwappen, den ich pr\u00e4zise 3:00 h nach Aufbruch im Tal erreiche.<\/p>\n<p>Jetzt steige ich \u00fcber einen Abschnitt des Nieder\u00f6sterreichischen Landeswanderwegs hinab in Richtung Kientaler H\u00fctte. Dort kann ich es mir nicht nehmen lassen noch schnell auf den Turmstein zu steigen, bin ich doch bei meinen zahlreichen Schneebergumrundungen immer wieder daran vorbeigegangen, ohne je seinen Gipfel zu besuchen. Der Weiterweg f\u00fchrt mich alsbald in die spektakul\u00e4ren Schluchten der Weichtalklamm, hier bin ich auch zum ersten Mal. Lieber sp\u00e4t als nie. Das Weichtalhaus im H\u00f6llental hat ge\u00f6ffnet, was auch Teil meiner Planung war. Hier l\u00f6sche ich z\u00fcgig meinen Durst, bevor ich f\u00fcnf vor zw\u00f6lf den langen R\u00fcckweg antrete. Die Weichtalklamm zieht sich ein bisserl, ist aber auch beim zweiten Mal noch sehr beeindruckend. W\u00e4r gespannt wie&#8217;s da bei Starkregen aussieht. Wenige Minute oberhalb der Weichtalklamm f\u00fclle ich an der Jakobsquelle meine Wasservorr\u00e4te auf, ich bin wirklich sehr \u00fcberrascht, dass hier so viel Wasser flie\u00dft, ist 2026 doch ein rekordverd\u00e4chtig trockenes Jahr. An der Kientalerh\u00fctte schreite ich vor\u00fcber und befinde mich alsbald wieder im Gipfelanstieg. Mittlerweile mit fast 3000 H\u00f6henmetern in den Haxen wird&#8217;s langsam zach. 100 Hm unterhalb des Klosterwappens schlinge ich meinen erst zweiten M\u00fcsliriegel hinunter, entgegen meinem Vorhaben, regelm\u00e4\u00dfig Energie zuzuf\u00fchren, geht mir jetzt fast der Blutzucker aus. Der Riegel wirkt und durchaus z\u00fcgig erreiche ich schlie\u00dflich zum zweiten Mal den Gipfel, die Uhr zeigt 15:11.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck gehts \u00fcbers Plateau, dann \u00fcber die unguten Schrofen des Oberen Schneidergrabens, bevor ich die Expressabfahrt \u00fcber die Schotterpiste nehme. Diese f\u00fchlt sich heute auch nicht mehr so toll an wie \u00fcblich, meine Haxen sind doch etwas m\u00fcde. Recht schnell erreiche ich \u00fcber den Unteren Schneidergraben wieder den Parkplatz am Ortsende des Schneebergd\u00f6rfl.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcnf vor f\u00fcnf.<\/p>\n<p>Horizontaldistanz: ~ 25 km<br \/>\nVertikaldistanz: \u2265 3000 Hm<br \/>\nDauer: 10:10 h<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich im letzten September mein Projekt verwirklicht habe, die drei (vier, wenn man den Oktoberer als eigenen Grat ansieht) Wanderer-Grate an der Ostseite des Schneebergs an einem (Halb-) Tag zu bew\u00e4ltigen, und dabei nur knapp unterhalb der 3000 Hm Vertikaldistanz geblieben bin, stand jetzt eine Tour an, die auch dieses mythische Ziel erreichen sollte. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.bergdodln.com\/?p=80\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8222;Schneeberg-Doppel\u00fcberschreitung&#8220;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-80","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83,"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80\/revisions\/83"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bergdodln.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}